Modernisierungs- und Internationalisierungsstrategie: KSFH European Policy Statement

Die Katholische Stiftungsfachhochschule München (KSFH) mit ihren Abteilungen in Benediktbeuern und München bietet hochqualifizierte Bachelor- und Masterstudiengänge im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich an. Mit ihrem Studienangebot leistet die Hochschule ihren Beitrag zur Wahrnehmung der sozialen Verpflichtungen, die der katholischen Kirche aus ihrem Selbstverständnis und ihrer Geschichte im caritativen, pädagogischen und pflegerischen Bereich erwachsen, um den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in einer globalisierten Welt gebührend Rechnung zu tragen.

Die KSFH sieht ihre Internationalisierungs- und Modernisierungsstrategie als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an. Insbesondere im sozialen Bereich sind die Auswirkungen der Globalisierung spürbar. Stetig ansteigende Migrationsbewegungen und die Integration von Flüchtlingen sind als Beispiele zu nennen, die direkten Einfluss auf das lokale Sozialgefüge haben. Arbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkunft im sozialen, pädagogischen und pflegerischen Bereichen erfordert interkulturelle Kompetenz, die durch die Internationalisierung der Lehre und den internationalen akademischen Austausch vermittelt wird. Die KSFH sieht sich als Hochschule verpflichtet, diese Kompetenzen zu fördern und ein Forum internationalen akademischen Austausches zu sein.

Das wichtigste Instrument für die Internationalisierung und Modernisierung der KSFH ist die Teilnahme am Erasmus Programm. Im Rahmen dieses Programms findet - hauptsächlich mit den am Erasmus Programm teilnehmenden Ländern - internationaler Austausch statt. Mobilitäts-Zielgruppen sind dabei Studierende im ersten und zweiten Studienzyklus einschließlich Studium und Praktika sowie Lehrende und Mitarbeiter der KSFH. Großer Wert wird auf aktive Partnerschaften gelegt, die durch regelmäßig stattfindende Studierenden-Mobilität, enge akademische Kontakte durch Dozenten-Mobilität sowie regelmäßigen Austausch von Mitarbeitern für Weiterbildungsmaßnahmen gepflegt und ausgebaut werden.

Die Studierenden-Mobilität wird an der KSFH als Teilstudium-Mobilität - d.h. als zeitlich beschränkter Aufenthalt für Studium oder Praktikum - durchgeführt. Die KSFH legt bewusst einen Schwerpunkt auf die Qualität der durchgeführten Mobilitäten. So werden alle Studierenden individuell beraten und begleitet, ihre Fähigkeiten und Wünsche in die Mobilitätsplanung einbezogen, fachliche und sprachliche Vorbereitung angeboten und regelmäßig Studienreisen zu Partnerhochschulen durchgeführt. Genaue Absprachen über die Studienprogramme an den Partnerhochschulen und die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen, Kooperationen mit aufnehmenden Praxiseinrichtungen mit klaren Lernzielvereinbarungen und die Anbindung der Studierenden an die Partnerhochschulen zwecks theoretischer Begleitung der praktischen Studiensemester sind nur einige Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Auch häufige Besuche der Partnerhochschulen und Einrichtungen gehören dazu.

Der Bilateralität ihrer internationalen Partnerschaften verpflichtet, bietet die KSFH die gleiche Qualität bei der Aufnahme Studierender von Partnerhochschulen. Jeder "incoming" wird individuell betreut: ein Studienplan nach Fähigkeit und Wünschen wird zusammen- und die logistischen und administrativen Rahmenbedingungen sowie eine Anbindung an das studentische Leben hergestellt. Um incoming-Mobilitäten auch denjenigen zu ermöglichen, die über geringe Deutschkennnisse verfügen, bietet die KSFH verschiedene Lehrveranstaltungen auf Englisch an. Diese sind für KSFH Studierende konzipiert und fördern somit die Inklusion von incomings an der KSFH.

Akademischer Austausch ist auch auf Dozentenebene ein Grundpfeiler der Internationalisierung der Hochschule. Lehrende der KSFH unterrichten an Partnerhochschulen, Lehrende von Partnerhochschulen an der KSFH. So werden qualitative Partnerschaften entwickelt, aufgebaut und aufrechterhalten und die Lehre insgesamt internationalisiert. Diese Lehrendenmobilität sowie das englischsprachige Lehrangebot ermöglicht auch Studierenden, die selbst nicht mobil sein können, an der Internationalisierung teilzuhaben. Zum Lehrkonzept der KSFH gehört die Einbindung der Praxis in die Lehre und diese Verknüpfung wird auch mit ausländischen Praxispartnern hergestellt. Dies ermöglicht nicht nur die Gewinnung von qualitativen Praxisstellen für KSFH Studierende im Ausland, sondern auch einen Theorie-Praxistransfer mit internationaler Ausrichtung.

Die Internationalisierung wird jedoch nicht nur im akademischen Bereich gefördert. Einen weiteren Schwerpunkt legt die KSFH auf MitarbeiterInnen-Mobilität. Der Austausch über Arbeitsprozesse und das gegenseitige Lernen hilft nicht nur, eigene Arbeitsabläufe zu verbessern bzw. wertzuschätzen und dadurch die Arbeitskultur der Hochschule insgesamt zu bereichern, sondern trägt wesentlich dazu bei, eine Willkommenskultur zu etablieren und eine internationale Atmosphäre an der Hochschule herzustellen.

Internationale Kooperationsprojekte sind wichtige und unerlässliche Bausteine, um die Internationalisierung und Modernisierung der Lehre und Ausbildung weiterzuentwickeln. Die KSFH erkennt diese Möglichkeiten und legt einen verstärkten Schwerpunkt auf internationale Kooperationen in Lehre und Ausbildung. So beteiligt sich das Institut für Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung (IF) an Internationalen forschungsorientierten Projekten wie dem europäischen Interreg-Projekt. Studienreisen zum wissenschaftlichen Austausch in die USA, nach Ungarn, Italien, Schweden und Großbritannien sind in den Studiengängen im Rahmen von Lehrveranstaltungen bereits fest etabliert und Kooperationen zum wissenschaftlichen Austausch mit weiteren Ländern, z.B. Frankreich, anvisiert. KSFH Hochschulpersonal und Studierende nehmen an grenzübergreifenden wissenschaftlichen Seminaren und Tagungen teil. In Kooperation mit Partnerhochschulen und Praxiseinrichtungen werden Lehrveranstaltungen an der KSFH mit internationaler Beteiligung durchgeführt.

Die Internationalisierung der Hochschule geht mit der Modernisierung der Hochschulbildung einher und unterstützt diese maßgeblich. Die KSFH erkennt den grundlegenden Beitrag an, den die Mobilität von akademischem Personal und Studierenden sowie die Teilnahme an internationalen Kooperationsprojekten zur Qualität der Studiengänge und zu den Erfahrungen der Studierenden leisten. Die in der Erasmus Charta für die Hochschulbildung 2014-2020 genannten fünf Prioritäten sind integrativer Bestandteil der Modernisierungs- und Internationalisierungsstrategie der KSFH.

In Deutschland besteht bereits seit längerem ein großer Bedarf an akademisierten Fachkräften der Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsberufe. Mit den Studiengängen im Bereich Soziale Arbeit, Bildung & Erziehung und Pflege trägt die KSFH zur Akademisierung dieser Berufsfelder bei. In anderen Ländern - insbesondere in angelsächsischen Ländern, in Skandinavien, in den Niederlanden und den Benelux-Staaten - fand diese bereits vor längerer Zeit erfolgreich statt. Durch den internationalen Austausch erhält die KSFH wichtige Impulse für den Auf- und Ausbau und dies führt zur Anhebung des Bildungsgrads sowie der Deckung Europas Bedarfs an Akademikern und Forschern.

Die Verbesserung der Qualität und Relevanz der Hochschulbildung wird ebenfalls durch den internationalen Austausch erwirkt. So werden z.B. andere Modelle der Kooperation und der Aufgaben- und Verantwortungsverteilung interprofessionell und in den Berufsgruppen erfahren und das eigene berufliche Selbstverständnis überdacht. Insbesondere in den sozialbezogenen Berufsfeldern führt dies zu einer Aufwertung des Berufstandes und einer verbesserten Anerkennung der Notwendigkeit einer Akademisierung dieser in der Gesellschaft. Durch Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal sowie durch die Teilnahme an internationalen Kooperationsprojekten werden Impulse zur Weiterentwicklung und Stärkung gewonnen, die sowohl die inhaltlich-fachliche als auch die didaktische Qualität betrifft. Von besonderer Wichtigkeit ist hier die Intensivierung der Praxisnetzwerke im internationalen Kontext, ein Schlüsselprozess der Qualitätsentwicklung. Dies alles trägt zur Stärkung der Qualität durch Mobilität und grenzübergreifende Zusammenarbeit bei.

Die Verknüpfung von Hochschulbildung, Forschung und Wirtschaft im Interesse von Exzellenz und regionaler Entwicklung wird an der KSFH vor allem vom Institut für Fort- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung (IF) mit einem anwendungsorientierten Ansatz durchgeführt. Durch Internationalen Austausch und Forschungskooperationen können neue Konzepte und Strategien erkannt und für die Situation in Deutschland modifiziert werden.

Auch der Bereich Verbesserung von Steuerung und Finanzierung wird durch die Mobilität von Funktionsvertretern (Dekanate, Hochschulleitung, Verwaltung) gefördert. Es entsteht ein Benchmarking, das der Weiterentwicklung der Steuerungs- und Finanzierungskonzepte dient.

Andrea Gavrilina, M.A.
Leitung International Office
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Preysingstr. 83, D - 81667 München
Tel.: +49 (0)89 48092-1403
Andrea.Gavrilina@ksfh.de
Stand Mai 2013